Donnerstag, September 20, 2018
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WILLIAM FITZSIMMONS – neues Studioalbum „Mission Bell“ ab 21. September

Die Geschichte hinter “Mission Bell“:
Im Juli 2017 begannen ein langjähriger Freund und Bandkollege von mir und ich selbst mit den Arbeiten an meinem geplanten siebten Studioalbum. Ich hatte gerade daheim mein eigenes Studio fertig eingerichtet und im Laufe des hinter mir liegenden Jahres bereits eine Reihe von Songs geschrieben. Es war ein durchaus ambitioniertes Unterfangen, auf das ich mich einließ, da ich erstmals außerhalb des bewährten Studiosystems arbeitete, was durchaus Risiken barg. Aber ich glaubte fest an die Songs und ich glaubte an meinen Freund und daran, dass er dieses Projekt bis zum Schluss mit mir durchziehen würde. Wir lebten und arbeiteten nahezu den ganzen Sommer zusammen. Wir begannen schon tagsüber, experimentierten bis weit in den Abend hinein und versuchten, den Worten und den Melodien, die ich zuvor Tag für Tag entwickelt hatte, Leben einzuhauchen. Im Verlauf der zwei Monate besprachen wir einzelne Arrangements, nahmen zahlreiche Parts auf, und teilten Mahlzeiten, Getränke und Kameradschaft miteinander. Ende August hatten wir unser Ziel erreicht und das Album war unter Dach und Fach. Mein Bandkollege kehrte heim und ich nahm mir vor, zum Halt und zur Routine meines Familienlebens zurückzukehren.

Ein paar Tage später änderte sich alles…

Meine Frau, mit der ich nun seit fast zehn Jahren verheiratet war und gemeinsame Kinder habe, eröffnete mir, dass sie mich nicht mehr liebe und dass sie zu der Überzeugung gelangt sei, nicht weiter mit mir verheiratet sein zu wollen. Sie erklärte mir ausführlich, dass sie nicht in der Lage sei, eine Ehe aufrecht zu erhalten, die schon seit einiger Zeit aufgehört habe, eine echte Einheit zu sein. Und sie hatte Recht. Dann erzählte sie mir, dass sie mit meinem Freund und Bandkollegen während der Zeit, in der wir das Album aufgenommen hatten, eine Affäre gehabt habe. Während wir tagsüber zusammen an der Musik arbeiteten, verbrachte sie nachts die Zeit mit ihm. Im Laufe einer einzigen Unterhaltung hatte das Leben, das ich zu haben glaubte, aufgehört zu existieren. Das galt auch für das Album, das ich gerade vollendet hatte.

Geschichten wie diese sind nie nur einseitig. Die Wahrheit ist, dass mein eigenes Versagen genauso viel Schuld am Scheitern der Ehe trifft, wie die von allen anderen. Das Leben ist grau, man kann nicht immer nur alles schwarz und weiß betrachten. Wenn man genau hinschaut, wird man entdecken, dass gute Menschen häufig schlechte Entscheidungen treffen. Manchmal muss unsere vertraute Welt zusammenbrechen, damit wir auf einem neuen Weg ganz von vorne anfangen können. Es gibt in dieser Geschichte keine wahren Bösewichte. Nur Menschen, die verletzt wurden, die sich gegenseitig verletzten und dabei nur versuchten, ihren eigenen Weg zu finden.

Viele Monate später stellte mir mein langjähriger Manager und guter Freund Rishon den aus Nashville stammenden Produzenten Adam Landry vor. Adam war überzeugt, dass er das Albumprojekt nicht nur retten, sondern es besser machen könne, als ich es vielleicht jemals für möglich gehalten hatte. Da ich ohnehin schon Monate vergeudet hatte und keine klare Richtung vor mir sah, hatte ich ehrlich gesagt nichts zu verlieren. Ich packte Gitarren, Verstärker und meine Notizbücher ein und fuhr nach Nashville, in der Hoffnung, irgendwie von Null wieder anzufangen.

“Mission Bell“ ist nicht nur das Resultat der Asche eines gescheiterten Albums und einer gescheiterten Phase meines Lebens, sondern auch die Wiedergeburt des Wunsches und des Ziels, etwas zu schaffen, was zutiefst ehrlich, auf höchst unbequeme Weise persönlich und vollkommen leidenschaftlich sein würde. Es entstand mit absoluter Hingabe, ohne Rücksicht darauf, was ich jemals vorher gemacht hatte oder was noch in Zukunft kommen würde. Entstanden in einem Moment, wo ich so verletzlich und angreifbar war wie nie zuvor. Das ist der Grund, warum ich bis heute auf diese Arbeit so besonders stolz bin. Ich wollte diese Platte eigentlich nicht machen, aber sie ist das Beste, was mir je gelungen ist.

“Mission Bell“ beschäftigt sich mit dem Auge des Sturms, mit der Erkenntnis, dass das Leben, wie du es kanntest, mit einem Mal verschwunden ist. Es ist der Moment, bevor, während und gleich nachdem alles über dich einstürzt, und du dich im nächsten Augenblick verloren, einsam und jeglicher Hoffnung beraubt wiederfindest. Ein Album voller Schmerz, aber paradoxerweise auch voller Freude. Ich teile dieses Album mit Dankbarkeit im Herzen und mit dem Wissen, dass durch das Leiden auch die Möglichkeit entsteht, neue Lebensfreude zu gewinnen.

Tourdaten 2018:
30.08. KÖLN – c/o pop
01.09. DARMSTADT – Golden Leaves Festival
02.10. DRESDEN – Beatpol
04.10. MÜNCHEN – Technikum
08.10. STUTTGART – Im Wizemann
17.10. HAMBURG – Grünspan
24.10. BERLIN – Heimathafen