Dienstag, Oktober 16, 2018
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Vikingur Olafsson trifft Johann Sebastian Bach

Vikingur Olafsson und seine neuste CD Johann Sebastian Bach erschien bereits am 07. September, und jetzt endlich erreichte er auch unsere Redaktion. Natürlich als die CD per Post ankam, stürzte ich mich als erster drauf und legte sie in meinen CD-Player. Der erste Blick auf die Trackliste überraschte mich sehr. Neben einigen sehr bekannten Stücken wie Prelude & Fugata in G oder Fantasia & Fugue in A Minor, findet man darauf auch weniger gespielte Stücke von einem der größten Komponisten des Barocks.

Nach dem ich Play gedrückt habe, tauchte ich sofort in diese einzigartige Welt der Musik. Wenn wir auf eine Seite den wohl größten Komponisten der Welt haben dann haben wir auf der anderen Seite den visionärsten Pianisten des 21 Jahrhunderts Vikingur Olafsson, der mich bereits mit seiner Philip Glass Interpretationen überzeugte.  Was passiert, wenn diese zwei Welten aufeinandertreffen? Es wird was Neues aus dem Alten entstehen. Für mich ist diese Platte wie ein Phönix, Bach Werke die durch den jungen Pianisten zu neuem Leben erweckt wurden. Durch seine eigene Art, durch das Feuer des Modernen, bekamen die Stücke Ihre kraftvolle und doch sehr sanfte Art und Weise.

Olaffson spielt sehr gekonnt und leidenschaftlich die Nuancen der Stücke. Für mich war die Fugue #10 in E Minor eines der Highlights auf der CD. Jeder Ton ist perfekt gespielt und man kann sich einfach in dieser Art der Musik verlieren. Auch wenn das Stück sehr kurz ist, umso mehr genießt man jeden einzelnen Ton.

Die größte Überraschung war für mich Organ Sonata #4, ein Stück das von Bach für eine Orgel geschrieben wurde. Olafsson schafft es einen orgelhaften Klang zu erzeugen, der einfach seines gleichen sucht. Das sind auch die Momente, die bei mir auch  Gänsehaut erzeugten. Diese Kunst und die Beherrschung des Instruments bewundere ich bei diesem noch so jungen Musiker besonders.

Johann Sebastian Bach in Interpretation von Olafsson hat alles, was ich von der Platte erwartete. Es beinhaltet Virtuosität, die er bereits auf früheren Platten bewies. Integrität mit den alten Meistern, auch wenn er selbst eher in der Zeitgenössische Musik verankert ist. Temperament,  das der 34-jährige Isländer in  Bach eingehaucht hat. Vor allem besitzt das Duo Bach/Olafsson Poesie. Gott muss ein Musiker sein und deswegen kombinierte er die zwei Welten in einem Werk. Eine CD die nicht nur für Klassikliebhaber gemacht wurde.

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