Samstag, Februar 16, 2019
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Video der Woche: Fil Bo Riva singt auf Italienisch

Mit „L’impossibile”, der zweiten Single aus seinem Debüt-Album „Beautiful Sadness”, gelingt Fil Bo Riva ein schwelgerischer Hymnus mit Zeitgeist-Anbindung.

Filippo Bonamici, Sänger und Mastermind des Projekts ist Gebürtiger Römer – Vater Italiener, Mutter Deutsche – hat in Madrid gekellnert, in Irland Abitur gemacht und lebt heute in Berlin. Er symbolisiert schon seinen biografischen Eckdaten nach jene international ausgerichtete Freigeistigkeit, welche der europäischen Idee zugrunde liegt. Es ist eine Biografie, die nun bestens in „L’impossibile” aufgeht und sich zu einer maximal leidenschaftlichen Pop- Internationale verdichtet: Von den Briten hat Fil den Zug zum Refrain, Berlin verdankt er eine gewisse Schnoddrigkeit, aus Italien hat er das Schwelgerische – und erstmals auch die Sprache.

Die Unbeschwertheit, die „L’impossibile“ ausstrahlt, kommt nicht von ungefähr: Fil war im Urlaub auf Sardinien, paddelte mit einer Luftmatratze auf dem Wasser herum als plötzlich der komplette Song in seinem Kopf war. Der Songschreiber hatte weder ein Notizbuch noch eine Gitarre dabei, also sang er den Song Akkordfolge für Akkordfolge, Melodie für Melodie auf das Handy seiner Freundin. „Das war mein Paul-McCartney-Yesterday-Moment“, sagt er lachend, „so einfach ist es längst nicht immer.“

Ausproduziert ist die neue Single nun mit Autotune und herrlich entrückten Space-Gitarren ein Beleg für die Anschlussfähigkeit und gleichzeitige Zeitlosigkeit dieser Musik. Zum ersten Mal singt Bonamici nun also Italienisch. „Das hab’ ich mich vorher nie getraut, aber durch diese Leichtigkeit auf Sardinien war es plötzlich ganz selbstverständlich”, beschreibt er einen Kunstgriff, durch den es ihm gelingt, aus einer James-Blake-inspirierten Strophe völlig selbstverständlich in einen mitreißenden Italo-Schlager-Jahrhundertrefrain zu wechseln – einem gewaltigen Hymnus, der exemplarisch steht für die große Kunst des Fil Bo Riva, einen Song weit über das übliche Format hinauszutragen und so zu einem Epos auszuformulieren, das auch Queen gut zu Gesicht gestanden hätte.

Nach einer EP, drei ausverkauften Tourneen, zahlreichen internationalen Festivals und einer Nominierung für den Europe Talent Award, verdeutlicht das am 22.03.19 erscheinende Debut- Album „Beautiful Sadness“ – treu dem Titel durchgehend zwischen Emphase und Melancholie, Aufbegehren und Innehalten changierend – die Essenz der musikalischen Sprache Fil Bo Rivas – mit Europa im Herzen und einer freiheitlich offenen Ausrichtung auf der Zunge.