Freitag, Mai 24, 2019
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Lejo und „Seine“ Cleopatra

Wenn das Leben dir eine Begabung gibt, nutze sie. Das sagte immer mein Vater. Mehr musste man Lejo nicht sagen. Er lernte Schlagzeug, Saxophon, Gitarre und Singen. Dann baute sein Kumpel ein Musikstudio. Er setzte sich nachts hin und arbeitete seine Songs aus.

Dabei ist eine Demo CD entstanden: “Cleopatra”. Als ich sie angehört habe, erwartete ich im erstem Moment mal wieder einen deutschen Sänger/Musiker, der mir erneut Storys erzählt, die ich schon tausende Mal gehört habe. Dem war aber nicht so. Es ist erfrischend, neu definiert und vor allem glaubhaft. Endlich mal Einer in der deutschen Musiklandschaft, der richtig Ahnung von Musik hat. Einmal kein Gewinner einer Castingshow. Endlich jemand, dem ich es glaube, was er singt.

Cleopatra, der Titelsong der EP eröffnet seine CD und zeigt uns direkt, was uns erwartet. Es ist Popmusik deren Ursprünge man sogar bei Künstler wie John Mayr, Stevie Wonder oder Marvin Gaye suchen könnte, wie Lego auch selbst bestätigt. Gerade diese Musiker haben großen Einfluss auf Ihn genommen. Pop, mit leichter Brise Jazz und Funk. Ein Lied über ein junges Gefühl, dem man noch nicht vertraut. Dieses jugendliche, sich langsam entwickelnde Gefühl. “Du schaust mich an und ich glaube kurz, dass ich einer von den Guten war”

Dann folgt Luft, eines meine Lieblingslieder auf diese kurze EP. Luft ist sehr funky angehaucht und erzählt eine Geschichte über das zu zweit allein sein. Über diesen Augenblick, in dem man zwischen zwei Welten zerrissen wird. Er erinnert mich von der Story her an eine Geschichte, die Marcell Grell einmal gesungen hat. Über Entscheidungen, die man treffen kann, soll und es einem aber schwer fällt, einen bestimmten Weg einzuschlagen. Man hängt in der Luft und wartet. Man wartet eine Entscheidung ab, anstatt zu agieren.

Dann folgt Großstadt, zu dem es mittlerweile auch ein Video gibt. Eine Geschichte, die wohl jeder schon einmal erlebt hat. Man trifft ein Mädchen. Man verliebt sich. Man sucht trotzdem weiter. Hauptsache, man ist selber für sich glücklich. Hauptsache, man belügt sich selbst nicht. Man flüchtet immer mehr in den Konsum von Genussmitteln. Man sucht das eigene Glück und findet es lange nicht. Man lebt in einer Großstadt, zwischen Millionen von Menschen und man kann sein eigenes Glück nicht finden.

Musikalisch bewegt sich Lejo zwischen Funk, Pop und Rock. Die Musik ist sehr gut durchdacht, es gibt keine Note, die zuviel sein könnte. Man ist nie gelangweilt und genießt jedes neue Lied. Ich hoffe, dass weitere Lieder folgen.

Demnächst ist Lejo auch auf Tour und ich bin wirklich gespannt, wie diese Musik live klingen wird.

Schaffi