Donnerstag, August 22, 2019
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Van de Forst und ihre magische Art uns Country Pop vorzustellen

Ich muss ehrlich gestehen, dass Country Musik nicht gerade mein Favorit ist. Bei dem Konzert von Andreas Gabalier hörte ich zum ersten Mal die junge Künstlerin Van der Forst. Sie präsentierte als Support Ihre eigene Version von Country. Da Sie mich mit Ihrer Musik verzauberte, wollte ich mich mit Ihre Platte auseinander setzen.  

So bestellte ich mir sofort nach dem Konzert direkt Ihr ersten Album „Lucky“, mit dem Sie schon mit Bonnie Tyler oder Michael Bolton unterwegs war. (Bestellung nur über Ihre Seite: https://www.vandeforst.de/) Erster Eindruck: Überraschend erfrischend. Keine Plastikmusik von einem CastingShow Künstler sondern ehrliche Klänge der Nashville Musik, der diese Musik liebt.  

Eröffnet wurde das Album mit „The Radio“. Ein eher ruhigeres Lied. Es ist eine grandioser Eröffnung Song. Mit ihm zeigt uns Vanessa, wie gut sie die Verschmelzung von Country und Pop beherrscht. Ich glaube, man könnte sogar behaupten, dass es ein perfekter Song ist, um sich in diese Art von Country zu verlieben. Danach folgt „Over you“, eine wunderschöne Ballade, bei der man sich einfach ins Gras legen will, die Zeit durch die Finger gleiten lassen, die Zeit genießen. Die Zeit in der man endlich frei ist, frei von einer  „verlorenen“ Liebe. Perfekt macht das Ganze eine Hawaii Guitar, Gitarren Klänge und E-Gitarre. Es ist unglaublich, wie Sie es schafft, mit sehr einfachen Mitteln so viel zu gestalten. Respekt. Ein weiteres Lied, das mich wirklich angesprochen hat, ist „Falling to pieces“, eine sehr langsame Ballade. Eher akustisch angehaucht, eine Wanderung zwischen sanften Klängen des Klaviers und der E-Gitarre. Es ist wirklich grandios das Duett zu hören. Es verursacht immer noch Gänsehautmomente beim zuhören. „Twenty one“ erinnerte mich extrem an frühere Platten von Taylor Swift, sowohl musikalisch als auch texttechnisch. Es ist eines der stärksten Lieder auf dieser Platte. Und eines, zu dem ich immer und immer wieder zurückkehre. Danach kommt der Titel Song „Lucky“, zu dem auch ein Video gibt: (https://www.youtube.com/watch?v=DOd5SOxS5fc). Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, wieso das als Single ausgewählt wurde. Es hat alles, was Vanessa auf Ihrer Platte vereint. Die Klänge der Country Gitarre, die sanfte Stimme, in die ich mich während Ihres Auftritts in Gelsenkirchen verliebte und die Stärke ihre Musik. Alles in einem einzigem Song. Es reicht eigentlich nur diesen eine Song zu hören, der dazu führen könnte, dass ich mich mehr und mehr mit Country Musik befasse.   Die Platte nimmt auf einmal eine überraschende Wendung. Nach dem eher schwächeren „Middle of nowhere“ kommt einer meiner absoluten Favoriten „Cowgirl ridin‘ high“, es ist schon fast rockig. Nicht mehr die sanften Klänge der früheren Lieder, sondern knallharte Riffs und Akkorde. Ein Drummer, der perfekt in Szene umsetzt, was Vanessa ihm vorsingt. Man hat direkt Lust, auf die Tanzfläche zu springen und wahrscheinlich zum ersten Mal zu Country Musik abzurocken. Ein Lied, wahrscheinlich über Van der Forst selbst. Ein Cowgirl, das bei ihrem Ritt wahrscheinlich sogar nach den Sternen greifen könnte. Dann kommt ein typischer Nachville Song. Naja, der Titel verrät auch was dahinter steckt. „Comin‘ home to Nashville“. Es ist das Stück, das Country Musik für mich definiert. Der Rhythmus des Bullen reiten, die Klänge der Natur in den langen Nächten, wenn man Vieh zusammen treibt und der Sound of Nachville. Sehr viel Gitarre, Hawaii Gitarre, geile Rhythmus Sektion und das alles mit dieser starken und doch unverkennbare Stimme. Hammer Song. Dann kommen noch drei Lieder, aber ich will auch langsam zum Ende kommen und Euch die Überraschung nicht verderben.  

Aber noch eins, weil ansonsten wäre die Review unvollständig. Die Platte „Lucky“ gibt es schon drei Jahre und ich griff sie viel zu spät auf. Vor ca. 4 Monaten veröffentlichte Vanessa Ihre neue Single „Round The Bend“. Eine Single,  die hoffentlich ein Vorbote für ein ganzes Album ist. Die Single ist eine weiter Entwicklung von Van de Forst. Ihre Entwicklung ist nicht nur groß sondern riesig. Sowohl die Lyrics als auch das Arrangement und die Stimme. Das alles entwickelte sich zum Besseren. Vanessa zeigt in einem einzigem Song, was uns hoffentlich schon in naher Zukunft erwartet. Sie greift viel selbstbewusster auf die Verbindung zwischen Pop und Country zu. Ihre Stimme ist viel bewusster eingesetzt, gerade im Refrain. Der Einsatz von Drums, Banjo, Klavier, Bass und Gitarre sind perfekt aufeinander abgestimmt.  Ich denke, mit richtigem „Marketing“ hätte dieses Lied eine Chance auf den Sommerhit 2019. Leider ist in Deutschland Country Musik ein Nischenprodukt. Leider.  

Ich muss ehrlich gestehen: Das, was ich von Ihr zu hören bekommen habe bewirkte, dass ich keine Berührungsängste mehr mit diese Musik habe. Es ist erfrischend, es ist stark, es ist ehrlich und vor allem ist es eine der wenigen Platten, die ich vom ersten bis zum letzten Stück durchspielen ließ. Ohne einen einzigen Song zu überspringen oder vorzeitig zu beenden. Das passiert bei mir sehr selten. Alleine deshalb würde ich jedem von Euch diese junge Künstlerin aus Münster ans Herz legen. Ich halte die Daumen und hoffe auf ein neues Album.