DIGGA D ist „Noughty By Nature“ – Londoner Drill gemischt mit Nullerjahre-Nostaligie

DIGGA D ist „Noughty By Nature“ – Londoner Drill gemischt mit Nullerjahre-Nostaligie

April 19, 2022 Aus Von sid1972

Londons Drill-Vorreiter Digga D droppt sein neues Mixtape „Noughty By Nature“ am kommenden Karfreitag. Das Mixtape spiegelt die Evolution des 2000-geborenen jungen Drillstars genauso wie die Hiphop-Evolution wieder. Dafür besuchte er ebenso die US, wobei Features mit Moneybagg Yo und Hotboii zustande kamen.

 

Rückblick auf die Kindheit in den Nullerjahren

Mit spielerischer Leichtigkeit vermischt Digga D neu und alt. Zuvor veröffentlichte er bereits den Banger „G Lock“ mit US-Rapper Moneybagg Yo – ein Zeugnis seines zeitgemäßen Signature Sounds bestehend aus catchy Adlibs auf einem prägnanten Drill-Beat. Mit „What You Reckon“ und „101 Pump“ bewies er, dass er einer der vielseitigsten Rapper in seinem Genre ist. Neue Albumsongs umfassen die melodischen Tracks „Why“ mit dem Ladbroke Grove Überflieger AJ Tracey und und „Let It Go“ mit dem Irischen Sänger Rapper Maverick Sabre. Das gesamte Mixtape erscheint Freitag, welches den Zeitgeist von heute mit den Klassikern für die Generation Z verbindet, alles zu einem im Vergleich zu anderen Werke des Drill-Genres nahezu sanften Projekt. Gezwungenermaßen, denn unfreiwillig wurde er zuvor zur Symbolfigur der Kunstfreiheit im UK-Drill, da er nur unter starker Polizeikontrolle und Zensur veröffentlichen darf – sei es Musik oder Social Media Posts.

Umstrittene Vorgeschichte: Polizeiüberwachung vs Kunstfreiheit

Doch von der Überwachung lässt die junge Viralsensation sich nicht einschüchtern, statt gewaltverherrlichende Lyrics eignet er sich eine clevere Form der Straßenpoesie an, für die Digga D seit seinem Haftantritt 2019 als potenzieller Drill-Superstar im kollektivem Bewusstsein des UK-Rap geblieben ist. Seit 2016 mischte das ehemalige West-Londoner Gangmitglied Rhys Herbert, wie er bürgerlich heißt, als Rapper mit seiner Crew 1011 den Londoner Underground auf. Das machte auch die Londoner Polizei auf das aggressive Musik-Phänomen aufmerksam, mit dem Verdacht, dass die Songs direkt mit dem Anstieg von Auseinandersetzungen mit Stichwaffen in den Straßen Londons zusammenhängen. Nach einer Haftstrafe folgt dann zum ersten Mal in der Englischen Musikgeschichte die absolute Polizeikontrolle.