Als er mit „Beautiful“ und „Goodbye My Lover“ vor nun schon über 13 Jahren die Radiosender dieser Welt und damit auch die Herzen der Hörer eroberte, setze James Blunt damit den Grundstein seiner Erfolgsgeschichte.

Heute, ein paar Jahre älter und um einige Radiohits reicher, steht der sympathische Brite am Mittwochabend in der gutgefüllten König Pilsener Arena in Oberhausen mitten im Ruhrgebiet und lässt die Gäste ihre eigentlichen Sitzplätze schon nach wenigen Takten vergessen.

Zuvor aber eröffnet Jamie Lawson, der Ed Sheeran-Schützling, mit seiner Akustikgitarre den harmoniegefüllten Abend. Sympathisch kommt der Engländer rüber, wie er da ganz allein auf der Bühne steht und seine Songs mit einer Leichtigkeit an den Mann (und die Frau) bringt. Er zieht die Masse in seinen Bann und lässt sie für sich singen, bringt hier und da einen Witz und gibt sich bodenständig. Wer nach den 45 Minuten Warm-Up besonders angetan von dem Sänger das Liedes „Wasn’t Expecting That“ war, konnte ihn sogar in der kleinen Umbaupause draußen am Merchandisestand treffen.

In der Pause erscheinen bearbeitete Fotos von der Präsidenten Trump und Putin, die stolz die neusten James Blunt-Fanartikel präsentieren. Mit dieser Werbung vergisst man so schnell nicht, nach dem Konzert noch etwas zu kaufen.

Die 6.000 Gäste in der KöPi-Arena haben gerade einmal eine Viertelstunde Zeit, bis Herr Blunt energiegeladen gemeinsam mit seiner Band auf die Bühne springt. Wer bis eben noch saß, erhebt sich während „Heart To Heart“, dem Opening-Song, singt, klatscht, tanzt vielleicht sogar ein bisschen.

Man merkt es schnell: James Blunt hatte im vergangenen Jahrzehnt haufenweise Songs, die im heimischen Radio rauf- und runterliefen und dessen Texte sogar die Begleitpersonen mancher Fans zumindest mitsummen können. Der Abend gleicht einer Zeitreise durch Blunts Erfolgsalben „Back to Bedlam“, „All the Lost Souls“, „Some Kind of Trouble“ und „Moon Landing“. Allein das erst in diesem Frühjahr erschienene Album „The Afterlove“, Namensgeber der ausgedehnten Europatour, lässt das Publikum zurückhaltender wirken. Dafür gibt es bei Krachern wie „High“, „Stay the Night“ oder Abschlusssong „Bonfire Heart“ keine Grenzen, was das ausgiebige Mitsingen anbelangt.

Zwischen den Songs entschuldigt Blunt sich für seine mangelhaften Deutschkenntnisse, erzählt vom gemeinsamen Skiurlaub mit Ed Sheeran und seiner kürzlich gemeisterten Amerika-Tour mit dem Superstar. Zwischenzeitlich wird der ansonsten als „Schmusesänger“ bekannte Brite sogar richtig politisch, erklärt, dass er den nächsten Song aufgrund von Donald Trump schrieb und zeigt während der Performance Bewegtaufnahmen des zerstörten Syriens hinter sich auf der großen Projektionsfläche. Das ist mal eine ganz andere Art von Gänsehaut, die durch die Halle geht.

James Blunt schafft es, selbst wenn er streckenweise selbst weniger Emotionen in seine Songs steckt, das Publikum anzustecken. Er wechselt zwischen Gitarren, dem Klavier und einer Ukulele, bekommt nach jedem Song ordentlichen Applaus und Standing Ovations? Die gibt es hier pausenlos, hingesetzt wird sich höchstens einmal bei einem besonders romantischen Song. Besonders viel getanzt wird bei der Konzertversion des Robin Schulz-Features „OK“. James Blunt taumelt nach dem letzten Akkord lächelnd von der Bühne, seine Gäste wenig später ebenso zufrieden aus der großen Arena. 

 
 


Anna Fliege 
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