Pünktlich um 14 Uhr öffnen bei schönstem Sonnenschein die Tore zum diesjährigen A Summer’s Tale Festival, welches Veranstalter FKP Scorpio bereits im dritten Jahr im pittoresken Luhmühlen mitten in der Lüneburger Heide veranstaltet. Die nächsten vier Tage herrscht hier Ausnahmezustand - aber ganz anders, als man es von vielen anderen Festivals kennt.


Musikalisch wird das 3.A Summer’s Tale von der niederländischen Folk-Band Mister & Mississipi auf der Waldbühne eingeweiht. Das Vierergespann mit Sängerin Maxime und ihrem Gesangspartner Samgar verzaubern das Publikum, ohne dabei auch nur ansatzweise aufdringlich zu wirken. Besonders ihr Song „Meet Me at the Lighthouse“, welcher bei Spotify schon fast 2 Millionen mal gehört wurde, zaubert nicht nur mir ein zufriedenes Lächeln auf’s Gesicht.


Das Publikum bei diesem besonderen Festival? Besonders natürlich. Nicht nur die festivaltypischen Abiturienten und Anfang-Zwanziger, auch Familien mit Kindern und Gäste, deren Schulabschluss schon ein paar Jahrzehnte zurückliegt, treffen in der norddeutschen Idylle zusammen. Jeder startet das Festival in seinem eigenen Tempo, das Programm lässt niemanden gelangweilt zurück.


Nun ruft der Grüne Salon. Dort wartet Jason Bartsch, seines Zeichens Slam-Poet und Lyriker. Der 22-Jährige, seit 2015 Preisträger des Nachwuchsförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Kategorie „Lyrik“ ist, lässt die Stunde im Grünen Salon mit seiner Ausstrahlung und dem gekonnten Witz zur richtigen Stelle viel zu schnell vorbeigehen. Es wird gelacht, geklatscht, hin und wieder wischt sich jemand, durchaus auch ich selbst, eine Lachträne aus dem Augenwinkel. Auch ein überraschender Regenschauer trübt die Stimmung nicht. Bartsch trägt im Wechsel Texte und Lieder vor, es ist herrlich!


Wer jetzt noch nicht genug gelacht hat (geht das überhaupt?), der findet sich wieder an der Waldbühne ein, denn hier bringen Simon Stäblein, Thomas Schmidt und Johnny Armstrong das Kölner Stand-Up Comedy-Erfolgsformat NightWash nach Luhmühlen und auf die Bühne.  


Doch das A Summer’s Tale hat noch mehr zu bieten als sanfte Konzerte und Humorrepräsentanten: Lesungen zum Beispiel. Fast ist es wie ein Déj?-Vu, denn wieder befinden wir uns im Grünen Salon. Nagel, auch bekannt als Thorsten Nagelschmidt, Sänger und Gitarrist der Alternative-Rockband Muff Potter, ist bereits vor 10 Jahren unter die Autoren gegangen, seine Werke „Wo die wilden Maden graben“, „Was kostet die Welt“ und „Drive-By Shots“ fester Bestandteil der deutschen Popliteratur. Auf eine charmante Art präsentiert Nagel den zahlreich erschienenen Gästen ein liebevoll zusammengestelltes Allerlei seiner literarischen Erzeugnisse, der Schwerpunkt liegt auf „Drive-By Shots“.


Während auf der Waldbühne mit Bernd Begemann & Die Befreiung, als auch mit Die Sterne
zwei Hamburger Schule-Verfechter den Abend musikalisch unterstreichen, reizt mich eine andere Veranstaltung. Im The Tale’s Café findet in den nächsten Stunden Massenkaraoke statt. Ja, denn anders als sonst stehen nicht zwei Personen, leicht peinlich berührt auf einer Bühne und singen schief zu einem Robbie Williams-Klassiker, nein. Massenkaraoke wird von einer fünfköpfigen Band initiiert, die Publikumswünsche entgegennehmen und drauf losspielen. Jeder ist dazu eingeladen, die Hamburger Jungs zu unterstützen. Daraus entsteht ein einmaliges Erlebnis, ein einzigartiges Miteinander.


Das A Summer’s Tale ist mit seiner großen Auswahl an kunterbunten Workshops einzigartig. Unser erster Stop ist an diesem verlängerten Wochenende „Welcher Wein soll’s sein?“. In Zusammenarbeit mit den Experten von Rindchen’s Weinkontor lernen wir in einem 45 Minuten-Crashkurs, welcher Wein perfekt zu welchem Essen harmoniert. In fünf Mini-Gängen werden uns 5 unterschiedliche Weine aufgetischt, dazu gibt es Häppchen. Zwischen Falafel, halbtrockenem Weißwein, Pizza zu Rosé und dem zuckersüßen Desertwein wird viel gelacht und noch mehr gelernt. Als neu-gekürte „Foodpairing“-Experten verlassen wir die Probiererei zufrieden.


Bevor der erste A Summer’s Tale-Tag vorbei ist, gehört es zur Pflicht jedes Indie-Fans, beim REVOLVER CLUB vorbeizuschauen. Der Party-Klassiker aus der großen Hansestadt lässt es sich nicht nehmen, in der Lüneburger Heide vorbeizuschauen. Benny Ruess und Marco Flöß lassen ihre Fans zu Songs von Tomte, Arcade Fire und Mando Diao tanzen, um nur ein paar der großen Namen zu nennen, die Ruess und Flöß in die Finger bekommen und daraus eine bezaubernde Party schaffen.

 
 


Anna Fliege 
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