Mittwoch, September 18, 2019
Home > Film > Die Schauspiel-Ikone Nicole Kidman und Ihre eindrucksvolle Karriere in Hollywood

Die Schauspiel-Ikone Nicole Kidman und Ihre eindrucksvolle Karriere in Hollywood

Groß vorstellen muss man Nicole Kidman nicht mehr. Dennoch, oder gerade deswegen, lohnt es sich, den einzigartigen Weg der Ausnahmeschauspielerin, die nicht nur starke weibliche Hauptrollen auf der großen Leinwand portraitiert, sondern auch privat als Vorbild für eine engagierte Frauenbewegung steht, nachzuzeichnen.

DESTROYER_DAY_30-0337.raf

Ein unvergleichlicher Aufstieg in Hollywood: Kidmans Anfänge und größten Erfolge

Sie gilt als Film-Ikone, die es an die Spitze der bestbezahltesten und erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods geschafft hat. Mit gerade einmal 16 Jahren ergatterte Kidman eine Rolle im Kinohit „Bush Christmas – 40 Grad im Schatten“ (1983) und wurde so in ihrem Heimatland Australien zum Star. 1989 spielte sie ihre erste Rolle für das amerikanische Kino in dem Film „Todesstille“ (1989) an der Seite von Sam Neill und Billy Zane. Mit ihrer ersten Golden-Globe®-Nominierung im Jahr 1992 für ihre Darstellung einer Nebenrolle in dem Film „Billy Bathgate“ (1991) erlangte sie zunehmend auch in Hollywood größere Bekanntheit. Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann Tom Cruise spielte sie 1999 in dem letzten Film des Kult-Regisseurs Stanley Kubrick „Eyes Wide Shut“ eine Hauptrolle, doch die Oberliga erreichte sie erst nach der Trennung der beiden.

Mit höchst anspruchsvollen Rollen in weltweiten Kinoerfolgen wie „Dogville“ (2003), „Unterwegs nach Cold Mountain“ (2003), „Der goldene Kompass“ (2007) oder „Australia“ (2008) etablierte sie sich als weibliche Größe der Filmlandschaft. Unvergessen bleibt ihr Debüt als herausragende Sängerin an der Seite von Ewan McGregor in dem Musical-Filmhit „Moulin Rouge“ von 2001, die ihr ihre erste Oscar®-Nominierung brachte. Hier bewies sie, dass sie bereit ist, alles für eine Rolle zu geben. So brach sie sich bei den Dreharbeiten nicht nur eine Rippe, sondern sagte weitere Filmangebote, wie die Hauptrolle in Panic Room (2002) ab. Ihr Engagement und ihre herausragenden Leistungen wurden nur ein Jahr später belohnt und zum vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere: Ein Oscar® für die Rolle der weltbekannten Schriftstellerin Virginia Woolf in dem melancholischen Drama „The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (2002). Gemeinsam mit ihrer Freundin Reese Witherspoon, aktuell einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods, spielt sie in der Erfolgsserie „Big Little Lies“, was ihr 2017 ihren ersten Emmy® eingebracht hat.

DESTROYER_DAY_34-0339.cr2

Wahre Größe zeigt sich auf der Bühne: Wie die schüchterne Nicole Kidman ihre Leidenschaft für das Schauspiel entdeckte

Nicole Mary Kidman wuchs in Sidney, Australien auf. Ihr Vater Antony war klinischer Psychologe und Biochemiker, ihrer Mutter Janelle Ann arbeitete als Krankenpflegerin. Nicole Kidman hat eine drei Jahre jüngere Schwester, Antonia, die heute als Journalistin, Fernsehmoderatorin und Produzentin tätig ist. Das Licht der Welt hat Nicole Kidman übrigens in Honolulu erblickt.

Mit sechs Jahren sammelte Nicole Kidman erste schauspielerische Erfahrungen in der Rolle eines Schafes bei einer Aufführung des Krippenspiels an ihrer Schule, die Anstoß für ihre Leidenschaft für das ganz große Kino gewesen sein könnte. Zudem nahm sie bereits in jungen Jahren zunächst Ballett- und später Schauspielunterricht und brach sogar die High School ab, um sich voll und ganz dem Schauspiel zu widmen. Sie selbst bezeichnet sich privat als eher schüchtern und zurückhaltend. Ihre Introvertiertheit legt sie dann jedoch im Scheinwerferlicht komplett ab und zeigt dort, was in ihr steckt.

Weihnachten 1990 heiratete Nicole Kidman Hollywood-Größe Tom Cruise. Sie adoptierten zwei Kinder – ihre Tochter Isabelle Jane und ihren Sohn Connor Anthony. Doch die Ehe zerbrach, am 5. Februar 2001 wurde ihre Trennung bekannt gegeben. Seit 2006 ist sie mit dem australischen Countrysänger Keith Urban verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat. Ihre Adoptivkinder aus erster Ehe blieben nach der Scheidung bei Tom Cruise.

Mehr als nur schön – In dem Thriller „Destroyer“ beweist Kidman Mut zur Hässlichkeit

Durch ihre Eleganz und Größe von 1,80 Meter sowie den makellosen Porzellanteint sehen wir die Charakterdarstellerin häufig in Rollen, in denen sie Frauen der oberen Klasse porträtiert. Außerdem ist sie für ihre häufig sehr freizügigen und pikanten Szenen bekannt, für die sie jedoch niemals auf ein Body Double zurückgreift. Schön sein allein hat ihr jedoch noch nie gereicht, weswegen sie gerne anspruchsvolle Rollen, wie die der Alica Harford in „Eyes Wide Shut“ (1999) oder die der Adoptivmutter eines indischen Jungen in „Lion“ (2016) annimmt.

In ihrem Film „Destroyer“ (2018) der Regisseurin Karyn Kusama beweist die Oscar®-Preisträgerin endgültig, dass sie viel mehr kann und die perfekte Besetzung für vielschichtige und komplexe Charaktere ist. Sie zeigt sie sich nicht nur von einer weniger schönen Seite, sondern portraitiert gleichzeitig einen absolut männlichen Stereotypen des amerikanischen Kinos: Den Bad Cop, der zu viel trinkt, um seiner düsteren Vergangenheit zu entrinnen und entgegen alle Konformitäten nur eines will: Rache! Genau in dieser Rolle, mit Furchen im Gesicht und schäbigen Klamotten, zeigt sie, dass Frauen genau das Gleiche können wie Männer und trifft damit genau den Ton der Zeit: Eine Ära in der sich Frauen, egal welchen Alters, politisch und sozial engagieren, um für ihre Rechte einzustehen.

Sie selbst setzt sich ebenfalls seit Jahren für wohltätige Zwecke ein und ist seit 1994 die australische Botschafterin von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. 2004 wurde sie von der Korrespondentenvereinigung der Vereinten Nationen zum „Citizen of the World“ gekürt. Seit Januar 2006 macht sie sich als Sonderbotschafterin von UNIFEM für das Gemeinwohl und die Rechte von Frauen und Kindern stark. In der Serie „Big Little Lies“ spielt sie eine unter der Gewalt ihres Ehemannes unterdrückte Frau – privat rief sie im November 2007 die Internetkampagne „Say no to violence“ zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen ins Leben. Im selben Jahr erhielt sie den höchsten Orden ihres Heimatlandes Australien, den „Companion of the Order of Australia“, unter anderem für ihre wohltätige Arbeit. Mit Rollen wie in „Destroyer“ steht Nicole Kidman zurzeit für eine neue Freiheit von Frauen – nicht nur im Filmgeschäft.

17 Jahre ist es her, dass LAPD-Detective Erin Bell versucht hat, als verdeckt arbeitende Ermittlerin Verbrecher Silas hinter Gitter zu bringen, 17 Jahre, seit ihr Freund und Partner bei dem Undercover-Einsatz erschossen wurde. Hinweggekommen ist sie über diese Katastrophe nie, aus der jungen Polizistin ist ein körperlich wie seelisches Wrack geworden. Nun scheint es, dass der untergetauchte Silas wieder da ist. Erin sieht die Gelegenheit gekommen, ihre Sünden von einst wieder gut zu machen und Silas endlich zur Strecke zu bringen – koste es, was es wolle…

Die Weltpremiere von Karyn Kusamas „Destroyer“ beim Toronto International Film Festival beeindruckte Publikum und Kritiker tief und nachhaltig: Nicole Kidman als LAPD-Detective Erin Bell in einem unerbittlichen Neo-Noir-Thriller ist nach ihren unzähligen Leinwanderfolgen auf dem absoluten Höhepunkt ihrer eindrucksvollen Karriere angekommen. „Nichts, was Nicole Kidman in ihrer Laufbahn jemals absolvierte, lässt Sie auf „Destroyer“ gefasst sein…“, resümierte das renommierte US- Branchenblatt Variety die allgemeinen Reaktionen auf Kidmans bislang ungewöhnlichste Rolle. Ihre herausragende Darbietung wurde zudem mit einer Golden-Globe®-Nominierung belohnt.

Bei Amazon bestellen

Die von der Kritik hochgelobte „Girlfight“-Regisseurin (2000) Karyn Kusama und ihr Autorenteam Phil Hay und Matt Manfredi schneiderten Kidman eine vielschichtige weibliche Cop-Figur auf den Leib: verletzlich und hart, gebrochen und unerbittlich zugleich liefert „Destroyer“ einen intimen Einblick in die Gefühlswelt seiner Protagonistin und wirkt dank seiner komplexen weiblichen Hauptfigur, den hitzeflirrenden Downtown-LA-Bildern und Kusamas untrügliches Gespür für die Schönheit und Widersprüchlichkeit ihrer Figuren mindestens so modern und relevant wie Travis Bickles stilprägender Leinwandauftritt in „Taxi Driver“ vor mehr als vierzig Jahren.