Sonntag, September 22, 2019
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Ein fast familiäres Konzert von Wade Bowen in Blue Shell

Country, eine Musik, die ich nach dem Konzert von Van de Forst mittlerweile gerne zwischendurch höre, war auch der Grund, wieso ich Wade Bowen in Köln bei seinem Konzert in Blue Shell besuchte. Wer aus Köln kommt, kennt diesen Club bestimmt. Mit so positiver Energie wie kein anderer. Mit ca. 150 Fans wartete ich auf den Anfang. Dann gingen die Lichter aus und Blue Shell beamte alles nach Naeshville.

Das erste Lied „You had me at my Best“ verriet uns, was uns heute erwartet: ein Abend mit Texas Country. Seine Stimme hat etwas Eindringliches und Unverkennbares. Acuna war als nächstes Lied dran, eine langsame Ballade, die man sichtlich genoss. Ich würde mich vielleicht weit aus dem Fenster lehnen, aber es klang schon fast wie Pop Musik. Aber auch lyrisch ein Thema, das mich auch sehr bewegt. Die verlorene Liebe, nicht weil man verletzt wurde oder verletzt hat, sondern weil die Zeit vergeht und man andere Prioritäten setzt.

Ein Song, den ich mir an einem ruhigen Abend bei gutem Wein irgendwo auf einer Wiese in Texas vorstellen kann, mit meiner Liebsten Arm in Arm. Danach folgte das beste Lied aus seine Setlist, das mittlerweile auf meiner Playlist ein festen Platz hat „West Texas Rain“. Man muss es einmal gehört haben und man ist verliebt. In due Musik, in die Stimme und in den Text. Danach wurde es schneller, viel, viel schneller mit „when I woke up today“. Ein positives Lied über jeden Tag, der uns erwartet und die Entscheidung, was wir mit diesem Tag anfangen… Das Publikum sang mit und tanzte. Es folgten noch „yours alone“, „Song about Trucks“ und viele andere. Natürlich auch einige Covers wie „Guitars, Cadillacs“ von Dwight Yoakam oder „Midnight Rider“ von The Allman Brothers Band. Ein Highlight für mich persönlich war  „7:30“ ein Lied übers Verlieren, den Verlust von einer uns sehr nahen Person. Egal in welcher Art man diese Person verloren hat, empfindet man sehr genau wie Waden. Eine wunderschöne Ballade.

„Everything is different, Everything has changed, I must have been a fool, To think that things would stay the same,

The only thing that’s certain, Is this old world keeps turning, And you realize that you’ve been left behind

I don’t ever wanna hear this song again, ‚Cause you were here when it first began, The melody forever will remain, And the song ain’t even sung its last refrain“

Sehr persönliche Geschichten dominierten bei diesem Konzert. Eine intime Beichte des Künstlers an sein Publikum. Viele der Geschichten könnten jedem von uns passieren, doch Waden konnte sie in passende Wörter und Töne so schön verpacken, dass es ein Fest war. Auch wenn ich nicht gerade der größter Country Fan bin.

Nach ca. 2 Stunden war auch dieses Country Fest in Köln vorbei. Mit neuer Musik, neuen Gedanken machte ich mich auf den Weg nach Hause und noch lange Zeit nach dem Ende, hörte ich die Stimme in meinem Kopf, meiner Seele und meinem Herzen.