Sonntag, September 27, 2020
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„Blinded By The Neon“: Süddeutsche Jazz-Rap-Band Ferge X Fisherman veröffentlicht Debütalbum

Introspektion, einsame Helden und ein bittersüßer Gefühlscocktail namens Selbstzweifel inspirierten das Debütalbum der süddeutschen Jazz-Rap-Combo Ferge X Fisherman, deren Erstlingswerk „Blinded By The Neon“ heute erscheint. Pate für das Album stand Tom Waits düster-feierliches Meisterwerk „The Heart of Saturday Night“.

Jazz-Samples treffen auf Beatmaker-Ästhetik – Tom Waits stand Pate

Thematisch dreht sich das Album um die schwankenden Gefühlslagen des Protagonisten in Sachen Selbstwahrnehmung und seine ebenso ambivalenten Beziehungen. Musikalisch spannt sich der Bogen von der süßen Melancholie der Jazz-Samples und geschmackvoll eingebetteten Streichern über frickelige Beatmaker-Ästhetik bis hin zu melodiösem Gospel und Soul.

Die neue Single zum Release ist „Anna Nicole“. Während der Protagonist eine Striptease-Tänzerin beobachtet, erkennt er viele Parallelen zu sich selbst. Trotz gesellschaftlichem Scheitern erreichen beide dank ihrem Können dennoch den gewünschten Effekt beim Publikum. Die damit einhergende Reflexion ist von großem Wert für den Protagonisten.

Vergleiche mit The Roots

Die Süddeutsche Zeitung vergleicht „Blinded By The Neon“ in den Alben der Woche mit The Roots: „Stellenweise wirklich überraschend glaubwürdig also erstaunlich undeutsch.“ Laut.de wiederum macht es zum Album der Woche und schreibt über ein Debüt, „das andere vor lauter Realkeeping nicht hinbekommen“.

Nach einer Produktionsphase in den USA geht das süddeutsche Jazz-Rap-Projekt im Herbst mit den Lakesideboys als Liveband auf Tour, um zu zeigen, wie eindrucksvoll und elegant der Spagat zwischen elektronisch produziertem Hip-Hop und Live-Instrumenten gelingen kann. Freuen kann man sich auf das Beste aus zwei Welten.

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