Montag, November 30, 2020
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Eine Affäre, drei Frauen und ein Bösewicht.

Wenn ich „Bombshell“ von Jay Roach mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es “erschreckend”. Aber mit einem Wort kann man es nicht beschreiben, weil erschreckend nicht nur die Geschichte ist, nicht nur die Angst , die Frauen mit sich rumtragen aber auch die stumme Einwilligung der Gesellschaft.

Fox News, der wichtigste Nachrichtensender in USA. Ein Mann, der diesen Sender an die Spitze der Einschaltquoten bewegte. Dieser Mann, dass war und ist Roger Ailes. Man sagt er der Man hinter der Nachrichten war.
Den ganzen Film tragen auf Ihren Rücken drei Frauen. Sie glänzen in Ihren Rollen, aber für mich ist Margott Robbie diejenige, die direkte Konfrontation mit dem Problem aufzeigt. Diese eine Szene, die für mich die stärkste in dem ganzen Film ist,und diese verdanken wir ihr Das ist die Szene, in der sie ohne Worte nur mit Ihrer Körpersprache und mit ihrer Mimik erzählt. Diese Szene sagt mehr als Tausend Wörter, die eine belästigte Frau sagen könnte. Danke dafür. Die Nominierung für Oscar für diese Rolle war völlig zu Recht und für mich hätte die Schauspielerin es bekommen sollen.

Die wichtigste Rolle ist jedoch die von Charlize Theron, die in dem Film so aussieht als ob sie Zwillingsschwester ihre Protagonistin wäre (respekt an Maskenbildner, die auch verdient ihren Oscar bekommen haben). Sie zeigt uns von Anfang an, wie es sich anfühlt, in diese Männerwelt sich zu bewegen und wie man die Narben effektiv vor der Kamera versteckt.

Die dritte in Bunte ist Nicole Kidman, sie ist unsere Narration und diejenige , die Rolle von Gretchen Carlson spielt. Sie überzeugt von Anfang an und führt uns in die Welt von FoxNews. Sie zeigt uns ihre Anfänge und ihren Fall, als Sie von FoxNews gekündigt wurde. Genau Sie (Gretchen Carlson) verklagte am 6 Juli 2016 den Sender und warf dem Sender Sexuelle Diskriminierung und Sexuelle belästigung von Roger Ailes vor.

Alle drei Frauen erzählen in Ihrem Film ihre eigene Geschichte, aber genau diese Geschichte zeigt immer wieder den gleichen Muster. Den Muster den ich jahrelang nicht verstehen konnte, wieso Frauen die belästigt wurden, so lange warten mit Ihrem Geständnis. Um genau dies zu verstehen sollte man diesen Film sich anschauen, gerade die schon erwähnte Szene mit Margott Robbie und grandiosem John Lithgow ist so stark, dass ich in den Augen von der Schauspielerin ihre Angst, ihrem Schamm und ihre Erniedrigung gesehen habe. Ich verstehe, wieso man danach Tage, Monate oder sogar Jahre braucht, um sich der Erniedrigung zu stellen und darüber laut zu sprechen.

Leider vermisse ich mehr solchen Szenen in dem Film, auch wenn die Hauptrollen perfekt besetzt wurden, auch wenn der Drehbuch grandios geschrieben wurde, fehlt mir ein Punkt über das “i”. Genau wie die stärkste Szene in dem Film.

Ansonsten muss man gestehen dass es ein sehr starker Film ist, der das wichtige Problem von der Bewegung #metoo in eine sehr starke und jedoch einfache Form erzählt und von Jedem gesehen sein soll.

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