KRISTIAN NORD – THE EMBRACE (16.07.21) die zweite Single mit Video ist ein getragenes, instrumentales Requiem für seinen verstorbenen Vater

KRISTIAN NORD – THE EMBRACE (16.07.21) die zweite Single mit Video ist ein getragenes, instrumentales Requiem für seinen verstorbenen Vater

Juli 16, 2021 Aus Von sid1972

Kristian Nord ist in Münster aufgewachsen und arbeitete danach als Musiker, Komponist und Produzent in Hamburg. Vor 15 Jahren hat der leidenschaftliche Surfer in L.A./Venice Beach eine zweite Heimat gefunden und Karriere gemacht. Er spielt in der international geachteten Indierock-Band „The Great Escape“ und realisiert mit dem Label California Music ambitionierte musikalische Projekte und Imagefilme für einige der stärksten Marken der Welt. Alben mit seiner Beteiligung verkauften sich Millionen Mal, und er sitzt in der Jury des begehrtesten Musikpreises schlechthin, dem Grammy.

Mit „The Rest is A Gift“ kündigt er nun für Oktober 2021 sein Solo-Debütalbum an, das mit dem lauten, furiosen Indie Rock seiner Band rein gar nichts gemein hat. Ein ruhiges, instrumentales Neo Klassik Album in der Tradition von The String Theorie. Ein intimer Blick nach ganz innen. Katharsis, Aufarbeitung und Nabelschau. Eine Mahnung an die Kostbarkeit des Lebens, geschrieben für seinen Vater, der mit 42 verstarb.

„The Embrace“ ist die zweite Single mit Video daraus. Die Suche nach sich selbst und die Verarbeitung des Todes seines Vaters lies ihn tief in den Schmerz eintauchen, um ihn zu heilen und weiterzumachen. Es war eine harte, anstrengende und beängstigende Reise.
„The Embrace ist der Moment, in dem ich ankam. Der Moment der Klarheit. Die Wiedervereinigung mit meinem Vater. Das Gefühl, ihm so nah wie vor 30 Jahren zu sein. Dieser Song handelt von tiefem Respekt und Wertschätzung. Über Liebe und Herz.” KN

 

Musik bedeutet Heilung. Musik kann Gräben zuschütten und Brücken bauen. Ist Zufluchtsort. Für Kristian Nord ist Musik deswegen eine lupenreine Superkraft von Marvel-Format. Mindestens. „Sie lässt dich sofort etwas fühlen, das ist bei keiner anderen Form der Kommunikation so“, sagt er. „Eine einzelne Note reicht für eine Gänsehaut auf deinem gesamten Körper, ein Lied ist mächtiger als eine zweistündige Rede. Also, wenn das keine Magie ist“, grinst er, „dann weiß ich auch nicht.“ Und er muss es ja wissen. Sein ganzes Leben hat er der Musik gewidmet. Erst in Münster, dann in Hamburg, als Musiker, Komponist, Produzent oder irgendwas dazwischen. Niemand weiß, ob es dann, vor rund 15 Jahren, die Musik oder doch eher der Ruf der Wellen war, die den Surf-Jünger aus Deutschland weglocken. An der Pazifikküste Kaliforniens, in Venice Beach, hat er längst sein Zuhause gefunden. „Venice Beach ist immer noch dasselbe Hippie-Nest“, schwärmt er. „Es ist ein sehr kreatives, tolerantes Umfeld. Außerdem haben Surfen und Musik zwei große Gemeinsamkeiten: Beide werden nicht alt.“

Wer seinen neuen Lebensabschnitt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bei einer Session mit dem Doors-Schlagzeuger John Densmore beginnt, kann ja schon mal ganz zufrieden sein. Für Nord war das aber erst der erste kleine Kieselstein, der alles ins Rollen brachte. Gemeinsam mit seinem Partner in Crime, einem weiteren Hamburger Expat namens Malte Hagemeister, hat sich Nord seinen ganz eigenen amerikanischen Traum unter der Sonne Kaliforniens erfüllt: Er spielt mit ihm in der international geachteten Indie-Band The Great Escape, er setzt sich für karitative Zwecke ein und realisiert mit dem Label California Music ambitionierte musikalische Projekte und Imagefilme für einige der stärksten Marken der Welt. Alben mit seiner Beteiligung verkauften sich Millionen Mal, er sitzt in der Jury des begehrtesten Musikpreises schlechthin, dem Grammy.

Reicht eigentlich für ein Leben, oder? Kristian Nord nicht. Neben all den Projekten und Bands, neben den endlosen Surf-Stunden auf dem Pazifik, hat er die letzten Jahre auch dafür genutzt, eine Soloplatte zu schreiben. Die hat so gar nichts mit dem lauten, furiosen Indie Rock seiner Band zu tun. Eher ist „The Rest Is A Gift“, so der Name seines Solo-Debüts, ein intimer Blick nach ganz innen. Ist Katharsis, Aufarbeitung und Nabelschau. Geschrieben für seinen Vater, der mit 42 verstarb. So alt also wie Kristian Nord jetzt ist: Das Album ist ein Denkmal an diese wichtige Figur, die Nord mit gerade mal zehn Jahren verlor. „Das war keine Karriereentscheidung“, stellt er fest. „Ich musste es einfach tun. Ich bin jetzt so alt wie er war, als er starb, und ich möchte ihn ehren. Ich möchte etwas erschaffen, das bleibt. Dieses Album zu machen war sehr therapeutisch für mich. Es ließ mich tiefer in den Schmerz und die Trauer über den Verlust meines Vaters eintauchen, aber es ließ mich auch die Schönheit des Lebens und der Liebe in der Tiefe erfahren. Es ist eine Hommage an meinen Vater und es ist gleichzeitig eine Feier des Lebens. Es geht darum, das Leben nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern es in vollen Zügen zu leben. Denn es kann morgen schon vorbei sein. Lebe die Hochs und die Tiefs und umarme beides.“

Da ist sie wieder, diese Superkraft namens Musik. Sie kann Berge versetzen, selbst die kalifornischen, kann uns den Menschen nahebringen, die wir auf unserer Reise verloren haben. Erstmals seit langer Zeit stellt sich Kristian Nord dieser Aufgabe allein. Eine schwere Surf-Verletzung ließ ihn erkennen, dass der zehnjährige Junge in ihm das Trauma noch nicht verwunden hatte. Er setzte sich mit sich selbst auseinander, nutzte die Musik, um das alles durchzustehen. „Ich möchte all die, die meine Musik hören, ermutigen, dasselbe zu tun“, betont er. „Diesen Schritt weiter zu gehen, die Komfortzone zu verlassen. Wer in sich geht, wird seine Bestimmung finden. Einfach ist das nicht, es wird wehtun. Aber es ist es wert. Das Leben“, so Nord, „ist viel zu kostbar, um es an marginale Alltagsprobleme zu verschwenden.“

Seine Musik ist eine Reise. Das mag wie ein Klischee klingen, ist bei Nord aber inhärent und auf seinem ersten Soloalbum untrennbar miteinander verknüpft. Eine Reise, die er an der Seite seines Vaters antritt. Seine Musik ist aber auch eine Mahnung an die Kostbarkeit des Lebens. Deswegen hat er sein kommendes Solodebüt auch „The Rest Is A Gift“ getauft. „Für mich beginnt jetzt die Zeit, die er nie hatte. Ich will sie maximal auskosten – mit aller Schönheit, allen Höhen und allem Glück. Aber auch mit aller Trauer, allen Tiefpunkten und allem Schmerz.“ Nur wer so lebt, kann wahrhaftige Musik erschaffen. Und sich selbst nach allem, was passiert ist, furchtlos den Wellen des Pazifiks anvertrauen.