CORDAE veröffentlicht Album „From a Birds Eye View“

CORDAE veröffentlicht Album „From a Birds Eye View“

Januar 16, 2022 Aus Von sid1972

Cordae ist eine Ausnahmeerscheinung in der jungen Rap-Landschaft: Bildgewaltige Wortspiele und wohlüberlegte Gedanken zeichnen die Texte des in North Carolina aufgewachsenen Reimtalents aus. Auf seinem heute erscheinenden zweiten Album „From a Birds Eye View“, dem Nachfolger zum zweifach Grammy-nominierten Debütalbum „The Lost Boy“ (2019), spielt er alle Stärken aus, die ihn zu einem der glaubwürdigsten Erzähler seiner Generation gemacht haben.

Geprägt wurde es von einer Reihe von Erfahrungen, die der junge Musiker und Freund von Tennisstar Naomi Ōsaka zuletzt machte. Eine Reise nach Afrika beispielsweise, wo er mit neuer schwarzer Literatur in Kontakt kam, die Verurteilung seines Bruders Simba zu einer 24-jährigen Freiheitsstrafe oder auch der Verlust eines Highschool-Freundes, der mitten in der Pandemie viel zu früh verstarb.

Ereignisse und Geschichten aus dem echten Leben

„All das floss in dieses Album ein. Es hat viele Perspektiven“, erklärt Cordae. „Für mich ist Rapmusik Literatur in Liedform. Mit dieser Haltung gehe ich an jeden Track. Mir wurde klar, dass es für beinahe jede Situation eine Möglichkeit gab, sie noch besser in Worte zu fassen. Dieses Album kommt von Herzen und die Songs verarbeiten Ereignisse und Geschichten aus dem echten Leben.“

Den Auftakt bildete im Oktober die Single „Super“, eine technische wie lyrische Bestandsaufnahme seines aktuellen Standings inklusive Blockbuster-Video. Es folgte im Dezember „Sinister“, auf dem er mit Lil Wayne seine Liebe zur Rapmusik feiert. Die neue Doppelsingle zum Release ist „Chronicles“ (feat. H.E.R. & Lil Durk) und „Today“ (feat. Gunna), dessen Video jetzt Premiere feiert.

Rapper und Aktivist

Cordae ist die seltene Gattung Künstler, der in einem Super-Bowl-Werbespot neben dem legendären Regisseur Martin Scorsese ebenso am richtigen Platz wirkt wie in der begehrten „Freshman Class“ vom XXL Magazin. PUMA machte ihn zum Gesicht seiner „Unity Campaign“. Er tat sich mit Disney und ESPN zusammen, um Stipendien für HBCU-Studenten zu finanzieren und ging für Black Lives Matter auf die Straße. Zuletzt steuerte er den Song „Taxes“ zur Netflix-Produktion „We The People“ bei, die nach einer Idee von u.a. Barack & Michelle Obama entstand.

Cordae weiß genau, was er sagen will. Er wählt seine Worte und Formulierungen mit Bedacht. Er erzählt Geschichten, die ebenso anschaulich wie aufrichtig sind. Und voller Wahrhaftigkeit. Es sind genau diese Eigenschaften, mit denen der in Maryland aufgewachsene, zweifach Grammy-nominierte und US-Gold-veredelte Rapper zu einem der glaubwürdigsten Erzähler seiner Generation geworden ist, der von den Irrungen, Wirrungen und Triumphen des Lebens berichtet – kraftvoll, poetisch, ohne Filter. So auch auf seinem zweiten Album, das Anfang 2022 erscheint und von einer Reihe von Erfahrungen geprägt ist, die der junge Musiker zuletzt machte. Eine Reise nach Afrika beispielsweise, die sein Leben veränderte, oder der Verlust eines Freundes, der viel zu früh verstarb. Cordae wuchs daran, als Mensch und als Künstler. Und er erzählt seine Geschichte in „From A Bird’s Eye View“.

„Worte sind das Fundament der menschlichen Kommunikation“, sinniert er. „Was wären wir ohne Worte? Für mich ist Rapmusik Literatur in Liedform. Mit dieser Haltung gehe ich an jeden Track. Ich verschwende nicht unnötig Papier. Mir wurde klar, dass es für beinahe jede Situation eine Möglichkeit gab, sie noch besser in Worte zu fassen. Dieses Album kommt von Herzen und die Songs verarbeiten Ereignisse und Geschichten aus dem echten Leben.“

Und das liefert ihm nicht erst seit gestern reichlich Stoff. Aufgewachsen mit seiner alleinerziehenden Mutter in Wohnwagensiedlungen und Sozialwohnungen, war es ein weiter Weg bis zu den großen Erfolgen der letzten Zeit. Nachdem er mit einer Reihe von Singles für Furore sorgen konnte, feierte er 2019 mit seinem Debütalbum „The Lost Boy“ den Durchbruch auf breiter Front. Es kletterte bis in den Top 15 der Billboard Top 200 und brachte gleich vier US-Gold-zertifizierte Singles hervor – „RNP“ [feat. Anderson .Paak], „Have Mercy“, „Broke As Fuck“ und „Kung Fu“.

Neben einhelligem Lob von einflussreichen Medien wie Billboard, Complex, High Snobiety, New York Times, Pitchfork und Stereogum fuhr es zwei Grammy-Nominierungen ein, in den Kategorien „Best Rap Album“ und „Best Rap Song“ für den darauf enthaltenen Track „Bad Idea“ [feat. Chance the Rapper]. Cordae ist die seltene Gattung Künstler, der in einem Super-Bowl-Werbespot neben dem legendären Regisseur Martin Scorsese ebenso am richtigen Platz wirkt wie in der begehrten „Freshman Class“ von XXL. Und irgendwo dazwischen tat er sich noch mit Roddy Ricch für seinen Song „Gifted“ und mit Eminem für „Killer“ (Remix) zusammen.

Nicht weniger bemerkenswert ist, dass ihn PUMA unlängst zum Gesicht seiner „Unity Campaign“ machte und er eine Bape x Coach-Kollaboration verantwortete. Er tat sich mit Disney und ESPN zusammen, um Stipendien für HBCU-Studenten zu finanzieren. Er ging für Black Lives Matter auf die Straße. Und er steuerte den Song „Taxes“ zu der Netflix-Produktion „We The People“ bei, das nach einer Idee der Executive Producer Barack und Michelle Obama und Kenya Barris entstand.

Anfang 2020 ermutigte ihn seine Mutter, ein Tagebuch zu führen, einfach für sich persönlich, um all diese unglaublichen Erinnerungen festzuhalten…

„Sie sagte, ich sei so vom Schicksal gesegnet, dass ich anfangen solle, meine Tage schriftlich festzuhalten“, erinnert er sich. „Und tatsächlich waren da einige großartige Momente. Genauso jedoch beschäftigte uns die Tatsache, dass mein Bruder Simba im Gefängnis sitzt und zu 24 Jahren Haft verurteilt wurde. All das floss in dieses Album ein. Es hat viele Perspektiven. Menschen haben die Tendenz, nur starr nach vorn zu blicken und wir denken oftmals, die ganze Welt würde sich um uns drehen. In Wahrheit müssen wir die Dinge jedoch von der Warte unseres Gegenübers betrachten. In einigen Songs betrachte ich sie durch die Augen meines Bruders, in anderen beschreibe ich Dinge, die ich durchgemacht, gesehen und erlebt habe. Ich musste im Grunde einfach nur ein bisschen das Leben leben.“

Und das tat er in vollen Zügen. Mitten in der globalen Pandemie besuchte er Paris, erkundete London und verbrachte vier Monate in Ghana. Es sollte nicht die einzige Station einer bewegenden Wallfahrt sein, die ihn außerdem nach Ägypten und in das Nubien-Gebiet brachte, bevor es „zurück in die Hood“ ging.

„Ich lernte über Kwame Nkrumah und wie er eine Heimstatt für alle erschuf“, führt er aus. „Malcolm X und Martin Luther King, Jr. besuchten ihn dort. Der Aufenthalt in Afrika hat mir die Augen geöffnet. Gar nicht so sehr, weil ich selbst kreativ war, sondern weil ich tiefschürfende schwarze Literatur von den besten Autoren unserer Zeit las – Kwame, Langston Hughes, James Baldwin und Huey Newton beispielsweise. Dadurch richtete sich mein schreibender Blick deutlicher stärker nach innen.“

Den ersten Ausblick auf das Album gab Cordae im Oktober mit der Single „Super“. Über ein beschleunigtes Sample serviert er darin erbarmungslos gute Flows und Zeilen voller Zuversicht, etwa, wenn er feststellt: „I ain’t worried ‚bout it, I know God is with me.“ Das gesamte Album „From A Bird’s Eye View“ kratzt tief unter der Oberfläche. So setzt Cordae sich u.a. mit dem nagenden Schuldgefühl auseinandersetzt, dass er noch lebt, während einer seiner besten Freunde sterben musste.

„Mein bester Freund aus der Highschool, mit dem ich auch zusammen Basketball gespielt habe, ist mitten in der Pandemie gestorben“, sagt er mit belegter Stimme. „Das hat mich abgefuckt. Er kam mich in L.A. besuchen. Dann fuhr er zurück nach Hause. Und zwei Wochen später wird er umgebracht. Ich hätte ihn retten können. Er war nur mit mir zusammen. Das hat mich sehr mitgenommen.“