Ein bohemischer Träumer zieht reumütig seine eigene Bilanz, unterstützt von gallischen Klängen der Musik.

Ein bohemischer Träumer zieht reumütig seine eigene Bilanz, unterstützt von gallischen Klängen der Musik.

April 14, 2022 Aus Von sid1972

Ich muss ehrlich zugestehen, ich hatte Peter Doherty nie so auf dem Schirm. Muss ich jetzt sagen leider? Weiss ich nicht. Ich habe mir seine Frühere Alben angehört, und keins davon überzeugt mich so sehr wie das neuste Werk in Zusammenarbeit mit dem französischen Musiker, Komponisten und Produzenten Frédéric Lo. “The Fantasy Life of Poetry & Crime”.

Dieses Album ist eine Hommage an den von Maurice Leblanc erfundenen Gentleman und Dieb Arsene Lupin. Schon die ersten Klänge zeigen uns, in welche Richtung wir uns bewegen. Die Liebe zu Pop der 60er ist nicht zu überhören. Mit eine Prise von Chanson ergibt es eine Mischung die dauerhaft auf meine Playlist zu finden sein wird. Mit “The Epidemiologist” hebt bisschen die Stimmung. Peter sucht nach den Sonnenstrahlen in Dunkelheit und entdeckt, dass auch die schlechte Erfahrung auch positive Aspekte mit sich bringen.

Mein Lieblingsstück auf dieses sehr ausgewogenes Album ist “You Can’t Keep It From Me Forever”. Eine Warnung über die Jagd nach der Erfahrung mit Drogen. Frédéric Lo, der hier mit Unterstützung eines lokalen Schlagzeugers und eines französischen Orchesters Gitarre, Bass und Keyboards spielt, legt die süße Indie-Pop-Grundlage, damit Pete sich auf seine Worte und die Reinheit seiner Stimme konzentrieren kann.

Im nächsten Lied, was ich Euch unbedingt nahelegen will, steckt sehr viel Herzblut. Es handelt von Peters Freund, der verstorben ist. “I sit and stare, say a kind of prayer for a friend of mine,” ist Wahrscheinlich dieser Part, der Euch sehr sowohl musikalisch als auch lyrisch überzeugen wird.

Ich will Euch nicht den Spaß berauben, dieses Album zu entdecken. Was ich Euch noch sagen kann, die Lyrics sind auf diesem Album sehr bekennend und sehr kathartisch. Die Stimme von Peter Doherty ist sehr kraftvoll und vor allem ehrlich. Reue wird sehr oft von hoffnungsvolle Entschlossenheit verdrängt. Die neue, sehnsüchtige Selbsterkenntnis und erneute Freude an der Sprache dieses Albums ist jedenfalls willkommen. Es ist eine Erleichterung, dass er immer noch hier ist und träumt.