Da wären wir also wieder - Southside 2017. Vor fast genau einem Jahr war die Enttäuschung riesig, als am Samstag bekannt wurde, dass das Festival wegen der schweren Unwetter abgebrochen werden muss. Doch dieses Mal wird alles anders - die Wetterprognose könnte besser nicht sein und auch das Line-up verspricht ein perfektes Wochenende. Schließlich erwarten uns internationale Hochkaräter wie Green Day, Linkin Park, Imagine Dragons und blink-182, aber auch deutsche Top-Acts wie Casper, Clueso oder Fritz Kalkbrenner.

So starten wir nach super entspannter Anreise am Freitag mit planmäßig mit Disco Ensemble in den Abend - dachten wir. An der Bühne angekommen wird uns mitgeteilt, dass die Finnen nicht auftreten werden. Was für ein Start! Dann eben schnell rüber zu den 257ers. Die wissen schließlich auch, wie man die Massen mitreißt - und die Massen lassen sich gerne mitreißen.

Weiter zu Green Stage, wo die Fans von Jennifer Rostock bereits sehnsüchtig auf den Auftritt von Jennifer Rostock warten. Pünktlich um 18.30 Uhr ist es dann endlich soweit, die Show beginnt und die Fans stehen der Frontfrau Jennifer Weist in Sachen Textsicherheit in nichts nach. Diese weiß die große Bühne mit viel Bewegungsdrang komplett zu nutzen.

Wir ziehen weiter, denn auf der Red Stage bahnt sich der Auftritt der Kassierer an. Trotz starkem Alternativprogramm, wie Bilderbuch und Mando Diao ist das Zelt gut gefüllt. Standesgemäß sind die Anhänger der Band alkoholtechnisch bestens auf den Auftritt vorbereitet und haben sich bereits mit der einen oder anderen Dose warmem Bier in die entsprechende Stimmung gebracht. Da Sänger Wölfi sich vor einigen Wochen den Fuß gebrochen hat, fällt der Auftritt zwar weniger spektakulär aus, dennoch werden Hits wie "Besoffen sein", "Blumenkohl am Pillemann" oder "Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist" enthusiastisch mitgegrölt.

Wir flüchten aus der Zeltsauna, um bei Bilderbuch reinzuschauen. Die Wiener Band hat sich in den letzten Jahren immer wieder neu erfunden und der österreichischen Musik zu einem ungeahnten Höhenflug verholfen. Die Band hat sichtlich Spaß und das Publikum ist begeistert von Maurice und Co.

Im Anschluss gönnen wir uns eine kleine Auszeit auf dem festivaleigenen Riesenrad und genießen aus luftiger Höhe den sensationellen Ausblick über das riesige Festivalgelände, während Mando Diao auf der Green Stage den passenden Soundtrack dazu liefern. Die Schweden liefern solide ab - allerdings werden die neueren Songs vom Publikum relativ zurückhaltend angenommen.
Groß und laut wird es bei Wolfmother aus Sydney. Schon beim Opener "Victorious" wird klar, dass die Band für die ganz großen Bühnen geschaffen ist.  Als zum Abschluss "Joker & the Thief" gespielt wird, ist die Stimmung am absoluten Höhepunkt angelangt.

Da bei Die Antwoord leider keine Fotografen zugelassen werden, bleibt uns ein bisschen Zeit, um die aufwendige und gleichermaßen etwas verstörende Show der Kombo aus Kapstadt auf uns wirken zu lassen. Nachdem wir die Eindrücke einigermaßen verarbeitet haben, geht es mit Of Mice & Men im Zelt weiter. Die relativ rar gesäten härteren Klänge sind eine willkommene Abwechslung. Die Band reiht eine Metalcore-Perle an die nächste und das Publikum dankt es mit Wall Of Death, Pogo und Circle Pit.

Nach einer kurzen Verschnaufpause bei den wunderbar melancholischen Alt-J ist es auch schon an der Zeit für den Headliner des Abends. Casper hat gerufen und die Fans kamen in Massen. Die Frage nach der Headlinerwürdigkeit ist damit schnell mit einem deutlichen "JA!" beantwortet und auch die Show ist mit viel Pyro, druckvollem Sound und einer beeindrucken Lichtshow dem Slot absolut würdig. So vergehen die 90 Minuten wie im Flug und während Fritz Kalkbrenner, Callejon und Modestep auf den übrigen Bühnen die Nacht zum Tage machen verabschieden wir uns glücklich in Richtung Zeltplatz - schließlich verspricht der Samstag nicht weniger anstrengend zu werden.

 
 


Markus Maier 
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Mike & the Mechanics in Essen
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