Drei vollgepackte Tage inklusive Wahnsinnskonzerte, meist großartigem Wetter und allerhand Spaß läuteten am vergangenen Pfingstwochenende im bayrischen Nürnberg die neue Festivalsaison ein.

Die 22.Ausgabe Rock im Park steckte voller Premieren: zum ersten Mal war das Festival bereits Wochen vor Rock am Ring ausverkauft, ein Riesenrad lud zur Jungfernfahrt mit fantastischem Ausblick, das Coleman Backstage Camp eröffnete zum ersten Mal seine Pforten, Kraftklub präsentierten an ihrem Releasetag erstmals ihr neues Album „Keine Nacht Für Niemand“. Auch wir waren erstmalig Gast in Nürnberg.

Im Line-Up fanden sich allerhand etablierte Musikgrößen, darunter Rammstein, Die Toten Hosen, System Of A Down, die Beatsteaks oder die Broilers, welche die die Zeppelin Stage bis in die hinterste Ecke füllten.

Fans von Rage Against The Machine, Cypress Hill und Public Enemy bekamen mit Prophets Of Rage eine ganz besondere Performance geboten, für den größten Gänsehautmoment des Wochenendes sorgte der Gastauftritt von System Of A Down-Sänger Serj Tankian, der mit der Supergroup gemeinsam einen Soundgarden-Song zu Ehren des verstorbenen Chris Cornell coverten.

Auch traten Bands auch, die es in den vergangenen Jahren geschafft haben, in der Reihenfolge immer weiter nach oben zu klettern - Bands wie Kraftklub, die mit den Parkrockern zusammen die Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums feierten, aber auch AnnenMayKantereit oder auch Bastille, spielten erstmals nach Sonnenuntergang im Park. Macklemore & Ryan Lewis besuchten das bayrische Festival zum allerersten Mal und performten eine grandiose Show als Beck’s Park Stage-Headliner. Ein ebenfalls neues Gesicht, Newcomer Rag’n’Bone Man, sorgte im Publikum für allerhand Gänsehaut und Begeisterung.

Held des Wochenendes wurde Rapper Marteria, der erst seinen Auftritt am Nürburgring kurzfristig nachholte, um danach in kürzester Zeit zum Zeppelinfeld zu jetten, wo er am Sonntagabend einen mehr als genialen Festivalabschluss inklusive Feuer und Pyrotechnik hinlegte.

Trotz Hitzewellen am Freitag und Samstag, die auf Regenschauer und zwischenzeitliche Gewitter trafen, ging eine äußert gute, nicht klein zu kriegende Stimmung durch das Festivalpublikum. Es wurde vergnügt getanzt, bei Lieblingsliedern oder Radio-Ohrwürmern mitgesungen, man bejubelte die Künstler, schloss spontane Freundschaften beim Warten und genoss die Festivalatmosphäre, während der Alltag für ein paar Tage ausgeblendet wurde.

Neben Stammgästen, Legenden und Newcomern traten sowohl auf der Beck’s Park Stage, als auch auf der Zeppelin Stage zwei weitere wichtige Menschen für das Wochenende auf. Marvin und Alex, die sogenannten „Schutzengel“ des Festivals, waren Sprachrohr und Verbindungselement. Über Funk mit allen Wichtigen an der Sicherheit beteiligten verbunden, sprachen sie direkt zum Publikum, erklärten ihnen ruhig und mit Witz, wofür sie da sind und dass man sie hoffentlich nicht allzu oft sehen müsste. Die direkte Verbindung zwischen Veranstalter und Gast durch Alex und Marvin wurde vom Publikum, als auch von allen anderen Mitwirkenden, mehr als positiv aufgenommen. Mit der Bitte, die Erklärungen auch an die internationalen Gäste weiterzugeben, wurde an diesem Wochenende niemand vergessen.

Ebenso wurden andere Sicherheitsmaßnahmen, wie das kurzfristige Verbot von Tetrapacks und Taschen, von den Besuchern gut aufgenommen und akzeptiert. Die dadurch verkürzten und effizienten Einlasskontrollen, sowie kostenlose Trinkwasserstellen und ein preisgünstiges Tetrapack-Angebot auf dem Gelände, verschafften allen Seiten ein schlussendlich entspanntes Festival.
Selbst die kurzzeitige Unterbrechung des Schwesterfestivals Rock am Ring, über die auch die Park-Gäste umgehend durch die Schutzengel informiert wurden, nahm den Parkrockern keinesfalls den Spaß am Wochenende. Vielleicht wurde gerade deshalb noch ausgelassener gefeiert, als sowieso schon.

Abseits des bunten Line-Ups gab es während der diesjährigen Festivalausgabe noch mehr zu entdecken. Kulinarisch zum Beispiel hatte das Zeppelinfeld für vom Tanzen und Mitsingen hungrig gewordene Gäste einiges zu bieten: neben Festivalklassikern wie Handbrotzeit oder die altbewehrten gebratenen Nudeln direkt neben dem Pizzastand, konnte sich der Besucher auch an angesagten Street Food-Trucks austoben. Abgefahrene Burger trafen auf vegane Spezialitäten und Allgäuer Kässpatzen, sogar einen Smoothie-Stand mit Anti-Kater-Säften stand bereit.

Das Coleman Backstage Camp, direkt am großen Dutzendeich und nur einen Steinwurf von der Zeppelin Stage entfernt, bot Rock im Park-Besuchern erstmals ein einzigartiges Campingerlebnis. In Kooperation mit Coleman mussten sich die glücklichen Campingplatzbewohner um fast nichts kümmern, neben hochwertiger Campingausrüstung und bereits aufgebauten Zelten gab es W-Lan und Verpflegung. Doch auch dem Standard-Festivalbesucher bot das Backstage Camp zumindest optisch eine Bereicherung, wenn man nach Sonnenuntergang an dem mit Lichterketten beleuchteten Campingplatz vorbeispazierte.

Wer seine Lieblingsbands auf der Zeppelin Stage nicht wie alle anderen vom Bühnenvorplatz aus schauen wollte, konnte die Konzerte oder auch die Wartepause zwischen diesen bei einer Fahrt auf dem Riesenrad genießen. Ab und an war die Schlange vor dem Gefährt zwar ein bisschen länger, gelohnt hat es sich für den Ausblick über das Gelände und Nürnberg aber allemal.

Alles umfassend war das Festival ein unvergesslicher, riesengroßer Spaß, der ganz ohne Stress und größere Probleme auskam. Liebes Rock im Park und liebe Menschen dahinter, die uns jederzeit tatkräftig zur Seite gestanden und immer wieder ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert haben: Danke für drei wunderbare Tage, es war wahrlich großartig.

Wir schwelgen dann mal in Festivalerinnerungen, freuen uns schon auf die ersten Bandwellen und sehen uns im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder!

 
 


Anne Fliege 
Schlagwörter: Wo, Was, Wann, News, Nachrichten, Revie, Konzert
 
Mike & the Mechanics in Essen
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